Rosenheimer Straße: Sicherheit geht vor! Keine

Verzögerungstaktik auf Kosten von Menschenleben. Wie wird der Verkehr auf der Münchner Rosenheimer Straße künftig geführt? Darüber stimmt am Mittwoch, 8. Juli 2015 der Stadtrat ab. Aus diesem Anlass fordert ein breites Bündnis aus Münchner Umwelt- und Verkehrsverbänden sowie der Stadtratsfraktion der GRÜNEN die sofortige
Vertiefung und Umsetzung der Konzeptvariante der Stadtverwaltung und damit eine sichere,grüne und faire Lösung für die Rosenheimer Straße. Sie rufen zu einer Radl-Demo am Montag, 6.Juli 2015 auf.

Das Bündnis ist sich einig, dass nur die von den ExpertInnen der Stadtverwaltung geprüfte und befürwortete Variante des Ingenieurbüros Kaulen die Sicherheit der RadfahrerInnen gewährleisten kann. Stadtrat Paul Bickelbacher von Bündnis 90/Die Grünen sagt: „Hierbei steht dem motorisierten Individualverkehr pro Fahrtrichtung eine überbreite Spur zur Verfügung. Die RadfahrerInnen bekommen einen angemessen Radstreifen von zwei Metern. Zusätzlich sind sie vor parkenden Autos durch einen Schutzstreifen geschützt. Auch dem Fußverkehr bleibt ausreichend Platz und da die Bäume erhalten bleiben, behält die Rosenheimer Straße ihr charakteristisches Aussehen.“Dem gegenüber steht eine Schmalspurlösung der regierenden CSU und SPD, die einen deutlich schmaleren Radfahrstreifen vorsieht und einer weiteren Prüfung unterzogen werden soll. Das Bündnis
hält dies für eine Verzögerungstaktik auf Kosten von Menschenleben. Martin Hänsel vom BUND Naturschutz Kreisgruppe München sagt: „Die Sicherheit der RadfahrerInnen ist nicht verhandelbar.

Wir reden hier über Mindeststandards, nicht über Luxuslösungen für den Radverkehr.“ Andreas Schuster von der Umweltorganisation Green City e.V. ergänzt: „Wir akzeptieren keine teure Lösung, die eine hohe Gefährdung der RadlerInnen, eine Verschlechterungen für den Fußverkehr und das Fällen der Bäume mit sich bringt.“

Das Bündnis fordert bis zur Umsetzung der Variante Kaulen außerdem Sofortmaßnahmen zur Entschärfung der derzeitigen Gefahrensituation. Wolfram Liebscher vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) München greift einen Vorschlag auf, den ein Anwohner auf einer Bürgerversammlung in Haidhausen vor ein paar Monaten einbrachte: „Zwischen Franziskanerstraße und Orleansstraße fordern wir ein überwachtes Tempo30. Das ermöglicht ein friedliches Miteinander aller.

VerkehrsteilnehmerInnen ohne teure Umbaumaßnahmen.“ Andreas Groh vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) sieht in einfachen Maßnahmen zusätzlich großes Sicherheitspotential für RadfahrerInnen: „Wir fordern einen ‚Grünvorlauf‘ bei den Radfahrampeln an den Kreuzungen Franziskanerstraße und Orleansstraße, um RadlerInnen zu ermöglichen, gefahrlos vom Radweg auf die Fahrbahn zu wechseln. Zudem sollte der Radverkehr direkt nach der Franziskaner Straße auf die Fahrbahn führen.“