KVR-Chef Dr. Thomas Böhle: Grußwort zur Inbetriebnahme der Integrierten Leitstelle

Vor gut einem Jahr wurde die neue, von der Stadt München errichtete Feuerwache 4 feierlich eröffnet. Schon dieses Ereignis war ein Meilenstein, weil wir mit der neuen Wache eine hocheffiziente und moderne Schaltzentrale für die Sicherheit der Stadt erhalten haben. Erstmals in der Geschichte der Münchner Feuerwehr sind hier Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehr und Katastrophenschutz unter einem Dach angesiedelt. Das schafft enorme Synergien. Und es erhöht die Schlagkraft der Münchner Feuerwehr.
Und seit wenigen Tagen hat hier auch die neue Integrierte Leitstelle ihre Arbeit aufgenommen, die für eine sichere und schnelle Alarmierung und Koordinierung der Einsatzkräfte sorgt. Das ist ein weiterer Meilenstein. Damit können die Einsatz- und Rettungskräfte ihre vielfältigen und komplexen Aufgaben für die Sicherheit im Großraum München jetzt noch effizienter erfüllen.

Zu dem, was diese neue Integrierte Leitstlle kann, zum Gebäude und zur Technik, haben Sie nun schon einiges gehört. Ich gratuliere der Berufsfeuerwehr München herzlich zu der Errungenschaft, in der wir hier gerade stehen. Das sage ich als Vertreter der Stadtspitze – und als Leiter des Kreisverwaltungsreferats – zu dem die Berufsfeuerwehr gehört.

Ich danke allen, die an der Realisierung der neuen Leitstelle mitgewirkt haben. Insbesondere dem Münchner Stadtrat für die· Bereitstellung der Mittel und dem Freistaat Bayern für die finanzielle Unterstützung. Ich danke auch dem Projektteam der Feuerwehr, das die Inbetriebnahme über viele Monate vorbereitet hat. Und schließlich gilt mein herzlicher Dank auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Leitstelle, die sich mit ihrem Engagement rund um die Uhr für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger einsetzen.

Wer hier arbeitet, trägt wie alle Einsatz- und Rettungskräfte eine große Verantwortung. Die Informationen aus den eingehenden Notrufen müssen blitzschnell bewertet und weiterverarbeitet werden. Trotz Unterstützung durch .. den Einsatzleitrechner kommt es letztlich immer auf die einzelnen Mitarbeiter an, die oft in extrem kurzer Zeit entscheiden müssen, welche Einsatzmittel alarmiert werden und welche Art von Hilfe zur Verfügung gestellt wird. Mit jährlich rund einer Million Notrufen ist das Arbeitspensum der lntegrierten Leitstelle sehr groß. Sie trägt damit einen erheblichen Anteil der in Bayern anfallenden Notrufe.

Das Bearbeiten der Notrufe und die Koordination der Rettungseinsätze alleine reichen aber noch nicht aus, um Gefahrenlagen in den Griff zu bekommen. Rasche und qualifizierte Hilfe in Notfällen ist ja nur leistbar durch. die intensive und erfolgreiche Zusammenarbeit aller in München und. im Landkreis ansässigen. Hilfsorganisationen und privaten Rettungsdienstunternehmen und natürlich auch unserer Feuerwehren, egal . ob haupt oder ehrenamtlich. Für diesen großartigen Dienst an unserem Gemeinwohl, für Ihre besondere Einsatzbereitschaft und Tatkraft, die Sie das ganze Jahr über an den Tag legen, sage ich allen Einsatzkräften ausdrücklichen Dank.

Gerade vor dem Hintergrund, dass unsere Rettungskräfte hervorragende Arbeit leisten, dürfen wir die gestiegenen Anforderungen an die Sicherheit in München nicht außer Acht lassen. München wächst rasant. Die neueste Wachstumsprognose geht jetzt von 1,85 Millionen Einwohnern schon im Jahr 2035 aus. Wir haben damit einen Zuwachs von 300.000 Neubürgerinnen und Neubürgern zu managen – so groß wie in keiner anderen Stadt in Deutschland. Und diese Entwicklung wird sich auch auf die Arbeit unserer Rettungskräfte auswirken.

Und das gilt auch für das Umland. Als Kreisverwaltungsreferent der Landeshauptstadt bin ich gleichzeitig auch Vorsitzender des Rettungszweckverbands München – und spreche damit auch stellvertretend für den Landkreis und seine Bürger. Für den Landkreis München begrüße ich die stellvertretende Landrätin Annette Ganssmüller-Maluche. Ein Gruß auch an die Stadträte, die als Verbandsräte im Rettungszweckverband vertreten sind.
Die Münchner Leitstelle ist nun die größte ILS in Bayern und sie ist die größte kommunale ILS in Deutschland. Sie deckt einen Rettungsdienstbereich in Stadt und Landkreis ab, in den zusätzlich zu den Einwohnern 450.000 Pendler und bis zu 50.000 Touristen kommen. Alles zusammen sind das gut 2,3 Millionen Menschen. Und dabei wird es nicht bleiben. Deswegen ist jetzt schon klar: Diese Leitstelle hier wird nicht bis in alle Ewigkeit reichen. Und auch wenn wir jetzt diese neue Leitstelle haben – dort kann nur das disponiert werden, was zur Verfügung steht: Die von den Sozialversicherungsträgern zur Verfügung gestellten Rettungsdienstkontingente bringen oft nur mittelfristig eine Entlastung.

Auf die wachsenden Herausforderungen stellt sich die Stadt München schon seit längerem bestmöglich ein – insbesondere in den Bereichen, in denen sie selbst für die Sicherheit verantwortlich ist. Das betrifft vor allem unsere kommunalen Feuerwehren. Damit unsere Feuerwehrleute auch künftig bestmöglich arbeiten können, hat der Stadtrat für die Münchner Feuerwehr . umfangreiche Verbesserungen bei den Gebäuden, der Infrastruktur und den Arbeitsbedingungen auf den Weg gebracht.
Derzeit ordnen wir zum Beispiel die Feuerwachen der Berufsfeuerwehr im Stadtgebiet neu. Damit stellen wir sicher, dass auch künftig die gesetzlich vorgegebene Hilfsfrist eingehalten werden kann. Einige der bestehenden Feuerwachen werden dazu an neue Standorte verlegt und andere auf mehrere Standorte aufgeteilt. Die Zahl der Wachen im Stadtgebiet erhöht sich damit von zehn auf zwölf. Die Fertigstellung der Feuerwache 4 war dabei eine erste wichtige Etappe. Insgesamt lässt sich die Stadt diese Investitionen in den nächsten Jahren mehrere hundert Millionen Euro kosten.

Besonders wichtig sind uns aber auch die Feuerwehrleute selbst und die Anerkennung ihrer Arbeit. Um die Personalausstattung der Berufsfeuerwehr an die wachsende Metropole München anzupassen, hat der Stadtrat in den · vergangenen Jahren eine Vielzahl zusätzlicher Stellen beschlossen. Auch das ehrenamtliche Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr München wird jetzt von der Stadt noch stärker gefördert. Und selbstverständlich werden wir auch künftig alles tun, damit unsere Feuerwehr ihre wachsenden Aufgaben erfüllen kann.

Aber zunächst wünsche ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiterhin viel Erfolg und einen kühlen Kopf bei ihren Einsätzen. Alles Gute.

 

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