Geschichte des Kocherlballs

Kocherlball 2015Gegen Ende des 19. Jahrhunderts traf sich jeden Sonntag früh bei schönem Wetter das Hauspersonal am Chinesischen Turm zum Tanz: die Köchinnen, Hausdiener, Gärtner und Kindermädchen. Ganz frühmorgens, weil sie später, wenn die Herrschaft aus der Kirche zurück war, wieder zum Dienst antreten mussten. Im Jahr 1904 wurde der Ball verboten. Der Grund: Die Kocherl und ihre Galane sollen es mit der Sittlichkeit nicht so genau genommen haben.

Anläßlich der 200-Jahr-Feier des Englischen Gartens wurde der Kocherlball auf Initiative des damaligen künstlerischen Leiters, Dr. Pankraz Freiherr von Freyberg, wieder ins Leben gerufen. Seitdem ist er zu einer echten Institution geworden, die mittlerweile Kultstatus

genießt und aus dem Münchner Festkalender nicht mehr wegzudenken ist.
Am dritten Sonntag im Juli lassen die Wirtinnen des Biergartens am Chinesischen Turm, Antje Schneider und Anneliese Haberl, beraten vom Städtischen Kulturreferat, die alte Tradition wieder aufleben.

Die Musikanten
Jenseits von Stadlromantik und Traditionalistenkorsett spielen die zehn Musiker vom Niederbayerischen Musikantenstammtisch auf. Die junge Blechmusik mit Basstrompete, Tenorhorn, Bass, Tuba, Kontrabass, dazu eine Diatonische, bringt jeden in Stimmung. Immer ohne Noten, frei nach Gehör. Und gesungen wird auch noch dazu.

Äff-tam-tam: Die sieben Musikanten um Roland Pongratz treten seit Sommer 2008 gemeinsam auf. Sie spielen ihre Stücke tänzerisch oder konzertant, schmachtend oder rasant – je nach Lust und Laune. Bei ihren Auftritten bieten sie temperamentvolle Polkas, filigrane Landler, verzwickte Zwiefache oder andere Besonderheiten aus ihrer Heimat, dem bayerisch-böhmischen Grenzgebirge.

Gut zu wissen
Die Veranstalter bitten alle Gäste, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad zu kommen. Die Parkplätze sind in der gesamten Umgebung immer sehr schnell besetzt. Die Busse zum Chinesischen Turm (Bus 54 oder 154) und die U-Bahn U3 und U6 mit Haltestelle Giselastraße sowie die Straßenbahnlinie 16, Haltestelle Tivolistraße, fahren bereits so früh.

Es gilt die bayerische Biergartentradition: Das Mitbringen von Getränken ist nicht erlaubt.

 

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