Festival 500 Jahre Bayerisches Reinheitsgebot

Bier 500Das „Festival 500 Jahre Bayerisches Reinheitsgebot” präsentiert die Biervielfalt der bayerischen Brauwirtschaft und stellt eindrucksvoll dar, wie viele unterschiedliche Biere nach den Grundsätzen des Bayerischen Reinheitsgebotes gebraut werden können. Wir freuen uns, dass so viele Brauereien aus ganz Bayern zum Festival nach München kommen und zusammen mit Rohstofflieferanten, Handwerkern und unzähligen Künstlern und Musikern ein Bierkulturfest der Superlative feiern.

Das Festival gliedert sich in vier Themenbereiche die auf dem Festivalflyer in unterschiedlichen Farben hinterlegt sind:
Bier und seine Rohstoffe (Odeonsplatz) Bier und brauereinahes Handwerk (Ludwigstrasse) Bier und Genuss (Innenhof des StmELF) Privatbrauereien in Bayern (Wittelsbacher Platz)

Bier und seine Rohstoffe
1. Braugetreide In Bayern wird auf ca. 100.000 Hektar Ackerfläche Braugerste produziert. Zum Brauen von obergärigen Bieren werden aber auch Weizen, Roggen und Dinkel verwendet.

Die Wettbewerbsfähigkeit der Braugetreide gegenüber anderen Feldfrüchten bzw. Energiepflanzen wird durch einen ständigen Zuchtfortschritt gewährleistet. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (UL) zeigt, verschiedene Braugetreidesorten in Pflanzparzellen. Alte und neue Sorten werden gegenübergestellt und der Zuchtfortschritt präsentiert.

Die UL informiert auch über die hohen Qualitätsanforderungen, denen Braugetreide entsprechen müssen:
a) Hohe Lebensmittelsicherheit (Rückstandsfreiheit, Hygiene … )
b) Gute Verarbeitungseigenschaften (niedriger Eiweißgehalt, gute Lösungseigenschaften …

2. Getreideernte wie vor 100 Jahren
Die Landwirtschaft ist als Produzent und Lieferant an die bayerische Malzindustrie ein wichtiger Partner der Brauer. Der Bayerische Bauernverband e.V. zeigt auf der Ludwigstrasse, wie vor ca. 100 Jahren Getreide geerntet und gedroschen wurde. Kaum einer weiß noch, dass das Getreide auf dem Feld mit Sensen gemäht und zu Garben gebunden wurde. Die Garben wurden in die trockenen Scheunen eingebracht und dann erst mit Dreschflegeln und später mit Dreschmaschinen ausgedroschen.

In Dreschvorführungen mit einer historischen Dreschmaschine wird gezeigt, wie die Getreidegarben gedroschen und so das Braugetreide vom Stroh getrennt wurde.

Zudem informiert der Bayerische Bauernverband über das in diesem Jahr wieder am Rande des Münchner Oktoberfestes stattfindende ZLF, das Zentrale Landwirtschaftsfest.

3. Mälzereien in Bayern
Früher hatte jede Brauerei eine eigene Mälzerei, in der Braugetreide vermälzt, also zu Malz verarbeitet wurde. Im Zuge der Industrialisierung haben sich Handelsmälzereien auf die Malzbereitung spezialisiert und Brauereien den eigenen Mälzungsbetrieb geschlossen. In Bayern gibt es noch wenige selbstmälzende Brauereien.

Die mittelständisch strukturierte bayerische Malzwirtschaft ist im Bayerischen Mälzerbund e.V. zusammengeschlossen. 17 Betriebe, auf alle Anbauregionen von Sommergerste in Bayern verteilt, produzieren nicht nur für bayerische Brauereien über 30 verschiedene Malzsorten. Der Bayerische Mälzerbund e.V. zeigt anschaulich die Malzherstellung und präsentiert die Vielfalt der Spezialmalze aus denen die Braumeister ihre individuellen Rezepturen erstellen.

4. Hopfen Die Hallertau, im Norden Münchens ist das weltweit größte und auch bedeutendste Hopfenanbaugebiet der Welt. Rund 40% des Bedarfs an Hopfen weltweit wird dort in den markanten Gerüstanlagen der Hopfengärten produziert.Hopfen ist nach dem Bayerischen Reinheitsgebot das einzige erlaubt „Gewürz” das ins Bayerische Bier darf.

Doch Hopfen ist sehr vielseitig und ermöglicht den Braumeistern eine große Bandbreite an Möglichkeiten der Aroma- und Geschmacksverfeinerung ihrer Biere.

Der Hallertauer Hopfenpflanzerverband e.V. stellt in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Hopfenforschung e.V. und dem Deutschen Hopfenpflanzerverband e.V. eine Auswahl der in der Hallertau angebauten Hopfensorten vor.

Dazu wird ein Schauhopfengarten auf der Ludwigstrasse errichtet. Hopfenprodukte werden zum Riechen und Anfassen ausgestellt.

Am Ende kommt es jedoch darauf an, wie sich eine bestimmte Hopfensorte im Bieraroma ausdrückt. Deshalb gibt es mit verschiedenen Hopfensorten gebraute zur Verkostung damit die Geschmackseigenschaften einzelner Hopfensorten zugeordnet werden können.

Der Hopfenpflanzerverband informiert über neue Zuchtsorten und über Trendhopfensorten in der Craft-Brewing-Szene.

Bier und brauereinahes Handwerk

1. Die Handwerkskunst des Bierbrauen:
Die Braukunst wird in zwei unterschiedlichen Präsentationen gezeigt:

a) Historisches Brauen. Über offenem Feuer werden Granitsteine erhitzt, die dann in den Sud zum Erwärmen hineingegeben werden. Ursprünglich und rein handwerklich entsteht jeden Tag ein Sud Festivalbier.

b) Die moderne Brauanlage. Die Fa. Caspar Schulz aus Bamberg baut für Kleinbrauereien weltweit Brauanlagen. Mit einer dieser modernen, aus Edelstahl gefertigten und computergesteuerten Anlagen wird ebenfalls täglich ein Sud Festivalbier gebraut. Die städtische Berufsschule für Brauer und Mälzer am Simon-Knoll-Platz München unterstützt die Veranstalter beim Betrieb der Brauanlagen.

2. Kreitn Büttner
Büttner, Schäffler und Fassmacher sind eng mit dem Brauerberuf verbunden. Wie Sie dem Bühnenprogramm entnehmen können, werden auch die Münchner Schäffler auf den Bühnen des Festivals tanzen. Der Kreitn Büttner zeigt sein Handwerk und fertigt auf dem Festival Holzzuber und Fässer. Als Souvenir vom Festival können sich die Festivalbesucher einen Holzbierdeckel mit dem eingebrannten Festivallogo direkt vor Ort machen lassen und mitnehmen. http://www.kreitn-buettner.de/

3. Schmiede Auch der Schmied gehört zu den brauereinahen Handwerkern. Auf dem Festival ist die Alte Hammerschmiede aus Weißenburg in Mittelfranken zu Gast. Attraktion: Festivalbesucher können selbst mit dem schweren Schmiedehammer am Amboss das glühende Eisen zu einem urigen Flaschenöffner formen. Doch in der der Esse und über offenem Feuer entsteht noch weiteres Kunsthandwerk, das auch zum Kauf angeboten wird. http://www.alte-hammerschmiede.de

4. Sattler und Gürtelmacher
„Der Gürtelmachen” – das ist Herr Beckert, der im Sendlinger Tor, München dieses alte Handwerk betreibt. Neben Gürteln stellt er individuelle Gürtelschnallen z.B. mit der Jahreszahl 1516 oder auch handgefertigte und bestickte Lederhosen, Geldbörsen und viele andere Lederartikel her. Auf dem Festival entstehen individuelle, extravagant verzierte Kunstwerke aus Leder und Messing, die direkt erworben oder auch bestellt werden können. http://www.derquertelmacher.de

5. Glasbläser und Glasschleifer
Ein frisches Bier gehört in ein sauberes, zum Biertyp passendes Glas. Die . Mücklgals hat sich der Glaskunst verschreiben und präsentiert auf dem Festival keine Biergläser sondern kreative Glaskörper in künstlerischer Form. Vor Ort werden Kunstglasobjekte hergestellt, die auch gekauft werden können.

Bier und Genuss
Im Innenhof des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten finden an allen drei Festivaltagen Genussforen zu verschiedenen Themen statt. Wie sich die verschiedenen bayerischen Bierspezialitäten mit Speisen kombinieren lassen, wie bittere, malzige, süße oder fruchtige Geschmackseindrücke der Biere zu unterschiedlichen Gerichten passen, das gilt es zu entdecken. Die jeweils einstündigen Workshops sollen ein Wegweiser auf der Entdeckungsreise der bayerischen Biervielfalt sein.

1. Bier und Schokolade
Präsentiert vom Mainburger Konditormeister und Chocolatier Hans-Peter Lutzenburger und Dr. Michael Zepf, DOEMENS

2. Bier und Käse
Präsentiert von Käsesommeliers in Zusammenarbeit mit der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft und Biersommelier Markus Raupach

3. Gewürze und Bier
Präsentiert anhand entsprechend gewürzter Speisen und Bierspezialitäten von Dr. Wolfgang Stempfl, DOEMENS

4. Speisen mit Bier kombinieren
Vorgestellt und verkostet werden jeweils 5 kleine Speiseeinheiten zusammen mit 5 Bierproben von Markus Raupach

5. Hopfenbetonte Bierspezialitäten
mit Hopfen aus der Hallertau (g.g.A.) und Spalter Hopfen (g.U.) Präsentiert von Dr. Christoph Pinzl, Biersommelier und Leiter des Deutschen Hopfenmuseums in Wolnzach/Hallertau

6. Biere richtig verkosten
eine Unterweisung in den gekonnten, fachmännischen Biergenuss: Schauen, hören, riechen, schmecken und die richtigen Worte zur Beurteilung finden. Präsentiert von Markus Raupach

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