Fahrrad-Leasing: Herausforderungen angehen und Potenziale heben!

Quelle/Source [´www.flyer-bikes.com | pd-f´]
In den letzten Jahren zeigte die Wachstumskurve beim Fahrrad-Leasing stetig nach oben, teilweise sogar sehr steil. Doch mittlerweile hat die Erfolgsgeschichte eine Delle bekommen. Eine Momentaufnahme oder ein strukturelles Problem? Der pressedienst-fahrrad hat bei einer Gesprächsrunde mit Branchenvertreter:innen nachgefragt und zeigt, welche Veränderungen wieder neuen Schwung bringen können.

Die Zeit der „Goldgräberstimmung“ beim Fahrrad-Leasing scheint vorbei. Waren die letzten Jahre, besonders während der Corona-Pandemie, eine Boomzeit, deuten sich momentan Rückgänge bei Neuverträgen an. Genaue Zahlen für das Jahr 2025 gibt es noch nicht. Diese werden laut Elena Laidler-Zettelmeyer, Leiterin Strategische Kooperation beim Branchenverband Zukunft Fahrrad, erst im Frühjahr 2026 erwartet. Die ersten Prognosen zeigen aber nach unten. Hier ist der Fahrradmarkt auch von den konjunkturellen Schwierigkeiten in Deutschland betroffen. Laidler-Zettelmeyer sieht darin einen Grund für die rückläufige Nachfrage am Leasing-Markt: „Es ist gerade kein Klima, um sich mit Dienstrad-Leasing zu beschäftigen.“ Manche Arbeitgeber:innen und ‑nehmer:innen sind verunsichert, ob ein Leasing-Vertrag noch Sinn ergibt, wenn der Arbeitsplatz gefährdet ist. Da die aktuellen Probleme allerdings vielschichtig seien, gelte es an vielen Stellen neue Impulse zu setzen, so die Expertin.Für Laidler-Zettelmeyer ist die Entwicklung allerdings langristig kein Ein‑, sondern Chance zum Aufbruch: „Es ist nicht das Ende einer Ära, sondern wir starten in ein neues Kapitel.“ Ähnlich sieht das Sören Hirsch, Bereichsleiter Bike beim Leasing-Anbieter Linexo: „Der Leasing-Markt steckt mitten im Wandel, hat aber immer noch ein großes Potenzial. Wir brauchen uns nicht mit den letzten zwölf erfolgreichen Jahren zu beschäftigen, sondern müssen den Blick nach vorne richten und uns über neue Wege Gedanken machen.“

Leasing-Laufzeit anpassen

Hirsch bringt beispielsweise eine Anpassung der Leasing-Laufzeit ins Gespräch. Aktuell werden Leasing-Verträge über 36 Monate abgeschlossen. Diese Laufzeit wurde bei Einführung des Fahrrad-Leasing aus dem Automobilbereich übernommen, scheint sich allerdings in der Praxis als nicht tragfähig für Fahrräder und E‑Bikes zu erweisen. „Die Annahme, alle drei Jahre würde ein neues Fahrrad geleast, bewahrheitet sich nicht“, so Hirsch. In der Praxis werde das geleaste Rad nach Ablauf des Vertrages eher zu günstigen Konditionen übernommen als ein neuer Anschlussvertrag abgeschlossen. „Leasing wird als Finanzierungsmodell genutzt“, sagt Hirsch. Durch flexiblere Leasing-Laufzeiten könne ein besseres Anschluss-Leasingmodell entwickelt werden. Das sieht Till Kaletsch, Marketing-Manager beim Kompakt-E-Bike-Hersteller I:sy, ähnlich: „Im Anschluss-Leasing liegt der Hund begraben. Man kauft das Rad nach Ablauf des Leasing-Vertrages, weil man eine Beziehung zum Rad aufgebaut hat. Ein Fahrradkauf ist mit Emotionen verbunden.“ Längere Leasing-Laufzeiten mit günstigeren Raten wäre eine Option. Hinzu komme, dass im Fahrradhandel zu wenig unternommen werde, um die Kunden für ein Anschluss-Leasing zu begeistern, so Kaletsch.