Deutsches Museum: Einst explosiv, jetzt Exponat

Am Fragment der Fliegerbombe: Staatssekretär Gerhard Eck und Generaldirektor Wolfgang M. Heckl mit Vertretern von Feuerwehr, Polizei und Kampfmittelräumdienst F.: Deutsches Museum

Am Fragment der Fliegerbombe: Staatssekretär Gerhard Eck und Generaldirektor Wolfgang M. Heckl mit Vertretern von Feuerwehr, Polizei und Kampfmittelräumdienst F.: Deutsches Museum

Das Fragment einer Fliegerbombe erinnert an die Kriegsfolgen und an den Blindgänger, der vor gut zwei Jahren auf der Museumsinsel gefunden wurde.

Bombiges Exponat: In der Abteilung Museumsgeschichte ist jetzt für zwei Monate das Fragment einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg zu sehen. Es ist baugleich mit dem Blindgänger, der vor gut zwei Jahren bei Bauarbeiten neben dem Museumseingang gefunden wurde. Bei der offiziellen Übergabe bedankten sich Staatssekretär Gerhard Eck und Generaldirektor Wolfgang M. Heckl noch einmal bei den Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Kampfmittelräumdienst, die „jeden Tag für unsere Gesellschaft Außerordentliches leisten.“

Der Zerscheller erinnert an die Ereignisse der jüngeren Geschichte – vom Fund, der Evakuierung, der stundenlangen Absperrung bis zum Abtransport am 6. Oktober 2015 – und dokumentiert zugleich die verheerenden Kriegsfolgen für das Deutsche Museum.
In den beiden letzten Kriegsjahren trafen bei insgesamt sechs Luftangriffen mehrere Tausend Brand- und Sprengbomben das Deutsche Museum. Allein am 21. Juli 1944 ging ein regelrechter Bombenhagel auf die Museuminsel nieder. Insgesamt wurden 27

Einschlagsorte bei den Angriffen der US-Airforce an diesem Tag verzeichnet. Die Schäden an Bibliotheks- und Ausstellungsgebäude waren immens. Dabei waren noch nicht einmal alle Sprengkörper hochgegangen – wie sich gut 71 Jahre später zeigte.

Am 6. Oktober 2015 stießen Bauarbeiter neben dem Museumseingang auf einen Zerscheller. So nennt man Bomben, die nicht explodieren, aber beim Aufschlag aufgerissen sind. Binnen 20 Minuten war das Museum evakuiert, das Gelände von Polizei und Feuerwehr abgeriegelt. Weil der Blindgänger nicht vor Ort entschärft werden konnte, brachten ihn die Spezialisten der Firma Tauber noch am selben Abend zur Entschärfung auf ein sicheres Gelände nördlich von München.
„Der Bombenfund war natürlich erst einmal ein riesiger Schock“, erinnert sich Generaldirektor Wolfgang M. Heckl, „aber wie damit umgegangen wurde – das war wirklich großartig!“ Angefangen vom Baggerfahrer, der seine Grabung sofort stoppte, als er den verdächtigen Gegenstand entdeckte, über die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr bis hin zum Kampfmittelräumdienst. „Für dieses unaufgeregte und absolut professionelle Verhalten bin ich allen immer noch sehr dankbar. Es gab überhaupt kein Chaos. Und unsere Einsatzpläne für solche Fälle haben vollständig funktioniert“, resümiert Heckl begeistert.

Die Idee, die Fliegerbombe im Museum auszustellen, kam dem Generaldirektor noch am Fundtag: „Als Zeugnis der Geschichte des Deutschen Museums!“ Das bombige Exponat wird jetzt auf einem großen Podest gleich neben den Straußenpfählen in der Abteilung Museumsgeschichte präsentiert.

Am Fragment der Fliegerbombe: Staatssekretär Gerhard Eck und Generaldirektor Wolfgang M. Heckl mit Vertretern von Feuerwehr, Polizei und Kampfmittelräumdienst F.: Deutsches Museum

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