Ausstellungseröffnung „150 Jahre Festhalle Schottenhamel auf dem Oktoberfest“ mit Bürgermeister Josef Schmid

Im Jahr 1867 stellte der Schreiner Michael Schottenhamel eine kleine Holzbude auf der Theresienwiese auf. Die Familie ist noch heute da und betreibt das älteste Zelt auf dem Oktoberfest. Eine Ausstellung zeigt unter anderem, wie das berühmte Anzapf-Ritual entstand.

Fortschrittlich war man schon immer: im Schottenhamel gab es schon Elektrizität, als noch alle anderen Zelte mit Gas beleuchtet waren.

Hier kabelte einst einmal Albert Einstein als Hilfselektriker, bevor es ihn zu bewegenderen Gedanken zog.

Statt langer Bankreihen wie in anderen Zelten finden sich hier viele Einzeltische, um die man sich herum in 8er bis 10er Gruppen plazieren kann, was dann die Kommunikation mit den Nachbarn erleichtert gegenüber den Möglichkeiten bei der frontalen Plazierung an langen Bierbänken. Mit ein Grund für die Beliebtheit des Zeltes.

Seit 50 Jahren spielen hier Otto Schwarzfischer und seine Musikanten auf, die optimal auf das Publikum eingehend bisweilen wahre Sangeschöre im Zelt auslösen.

Seit 1950 fährt beim Wiesneinzug traditionell der Oberbürgermeister mit im Wagen der Schottenhamels ein, um dann Punkt 12 Uhr am ersten Wies’n-Samstag mit möglichst wenig Schlägen das erste Faß anzustechen.

O’Zapft is, heißt es dann für die nächsten 18 Tage.

Nur ein einziges Mal, im Schatten der Attentate auf New York und Washington 2001, wurde auf das öffentliche Anzapfen verzichtet.

Wies’n Insider wissen: das Schottenhamel Zelt ist das einzige große Festzelt, das seinen Vertrag zur Wiesn alljährlich direkt mit der Stadt und nicht über eine Brauerei abschliessen kann.

Münchner Bier fließt hier natürlich auf jeden Fall: von Spaten.

Doch 1950-1952 gab es mal eine Episode mit Bier von der Hofbräu Brauerei, als der damalige Festwirt wegen des Bierpreises vorübergehend die Brauerei wechselte.

In diese Zeit fiel das erste “O’zapft” des damaligen Oberbürgermeisters Thomas Wimmer. Spaten floß dann wieder ab 1953. 2004-2011 waren wir für sie dabei und berichteten aus dem Festzelt vom Anstich mit einigen Fotogalerien:

Die Schottenhamel-Festhalle bekam 2007 eine neue Bestuhlung, damit sie zum Jubiläum „140 Jahre Schottenhamel auf der Wiesn“ fesch herausgeputzt ist.

2007 wurden sie vorgestellt: “Die schönsten Wiesnhits” – ein Buch als Hommage an die Wiesn-Hits anlässlich der 140-Jahr Feier der Familie Schottenhamel auf dem Oktoberfest mit den vollständigen Noten und Harmonien sowie Texten der 125 schönsten Wiesn-Lieder ermöglicht allen Musikfreunden die beliebtesten und bekanntesten Wiesn Hits daheim selbst nachzuspielen.

Karl-Heinz Knoll, Geschäftsführer der Spaten-Franziskaner Bräu GmbH, umriss die aufwändige Vorarbeit zum nun fertigen Buch “Wir haben bereits kurz nach der Wiesn 2006 angefangen, Lieder zusammenzutragen, um diese Sammlung zum 140 Jubiläum der Familie Schttenhamel auf der Wiesn fertig stellen zu können.”

Das über 320 Seitenstarke Buch ist für 24,80 € im deutschsprachigen Musikfachhandel (und im Schottenhamel Zelt) erhältlich.

Was ungeschriebene Tradition war, wurde 2008 in den Verträgen der Wiesn-Wirte offiziell festgeschrieben: In den Biergärten der Festhallen ist das Mitbringen einer Brotzeit erlaubt.

Netter Brauch am letzten Wiesnabend: das letzte Wiesnhendl wird von den Bedienungen herausgeputzt, verkleidet, mit Accessoires garniert, und dem Wiesnwirt überreicht. Astronauten und Chinesische Hendl gab es da schon in der Vergangenheit für die Wirte, die sich jedes Jahr überraschen lssen.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Oktoberfest, Oktoberfest 2107 abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.