32 Zoll: Was bringt die neue Laufradgröße?

Quelle/Source: „www.mtb-news.de | Tobias Stahl | pd-f
Im sportiven Fahrradbereich rollt mit 32 Zoll eine neue Laufradgröße auf den Markt. Bislang sind die Bikes im Nischenbereich zu finden, aber für die Fahrradsaison 2027 rechnen Expert:innen mit dem Durchbruch der großen Reifen. Der pressedienst-fahrrad klärt wichtige Fragen rund um das Thema.

Die Vorteile von 32-Zoll-Bikes
Die größeren Laufräder bieten ein besseres Überrollverhalten und einen besseren Grip der Reifen in Kurven. Hinzu kommt ein geringerer Rollwiderstand. „In Summe bedeutet das: Man verliert weniger Geschwindigkeit beim Überfahren von Hindernissen und ist somit schneller“, erklärt Robert Mennen, Produktmanager beim Reifenhersteller Schwalbe. Tobias Stahl, Redakteur beim Fachportal MTB-News, berichtet von seiner ersten Testfahrt: „Es ist spannend, wie viel mehr Sicherheit das große Laufrad gibt. Beim Bremsen ist die bessere Traktion deutlich spürbar. Dazu bleibt das Hinterrad konstant am Boden. Man hat nicht das Gefühl, über den Lenker zu kippen.“ Als Manko wird das höhere Gewicht der Reifen genannt und eine gewisse Trägheit bei der Beschleunigung, die über längere Strecken allerdings zu vernachlässigen sei.
Für welchen Einsatzzweck eignet sich 32 Zoll?

Für Entwickler:innen problematisch ist, dass 32-Zoll-Hinterräder viel Platz benötigen. Sollen die Kettenstreben nicht stark in der Länge wachsen, ist ein ausgeklügeltes Federungskonzept nötig, damit ein einfederndes Hinterrad nicht dazu führt, dass das Rad an den Rahmen schlägt. Trotz dieser Herausforderung waren die ersten präsentierten 32-Zoll Mountainbikes nahezu ausnahmslos vollgefedert, sogenannte „Fullys“. Genau solche vollgefederten 32-Zöller wurden auch im Cross-Country-Weltcup erprobt. Mountainbike-Experte Arne Bischoff vom pressedienst-fahrrad sieht hier einen allgemeinen Markttrend: „Das Fully dominiert wegen seiner Fahreigenschaften die MTB-Welt. Hardtail-Marktanteile wurden stark vom Gravelbike übernommen. Das gilt auch für 32 Zoll, auch wenn gerade Hardtail-Mountainbikes von den besseren Abrolleigenschaften der größeren Räder profitieren würden.“ Gravelbikes werden in Zukunft ebenso von den Potenzialen der größeren Räder profitieren. Die Reifen können hier sowohl auf den technischen Passagen über Wurzeln und Steine punkten als auch bei längeren Fahrten auf Wald- und Wiesenwegen oder Schotterpassagen. Schwalbe stellte beispielsweise jüngst seinen ersten 32-Zoll-Reifen für Gravelbikes vor. „Bei Gravelbikes sind die Vorteile ganz klar. Da testen wir intensiv“, verrät Mennen.
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